Gepostet von am 14. März 2011 in kurzgefasstes | Keine Kommentare

Macht Euch die Erde untertan.

So könnte man sinngemäß Genesis I.28 zitieren. Doch eigentlich sollte es für den Menschen heißen: Lebe im Einklang mit der Natur, denn Du bist ein Teil davon.

Das schwere Erdbeben in Japan, der verheerende Tsunami und die anschließenden Explosionen der Reaktoren 1 und 3 in Fukushima I zeigen, wie hilflos der Mensch den Naturgewalten ausgeliefert ist. Sie zeigen aber auch, dass in Bezug auf die Atompolitik ein radikales Umdenken nicht nur von Seiten der schwarz-gelben Regierung, sondern aller Regierungen weltweit erforderlich ist.

Diese Ereignisse befeuern von neuem die Diskussion vom Ausstieg aus der Kernenergie. Die Menschen sind inzwischen derart sensibilisiert, dass sich keine Regierung einer solchen Diskussion mehr verschließen kann.

Seit Tschernobyl steht fest, dass der Mensch die Natur nie beherrschen wird, schon gar nicht die Kernkraft. Wer immer noch an Atomenergie als Brückentechnologie glaubt, sollte spätestens seit den Explosionen in Fukushima I eines Besseren belehrt sein. Zu risikoreich und zu unberechenbar.

Atomkraftwerke sind definitiv Auslaufmodelle und gehören allesamt abgeschaltet. Je schneller, umso besser. Wer nun behauptet, dass ohne Kernkraft der deutsche Stromverbrauch nicht gedeckt werden könne, sollte sich den Beitrag: "Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert" des SWR durchlesen.

Allerdings wage ich ernsthaft zu bezweifeln, dass das dreimonatige Moratorium zur Überprüfung der Atomkraftwerke und der deutschen Energiepolitik tatsächlich etwas bringen wird. Energiepolitik muss als eines der zentralen europäischen Probleme verstanden werden und es muss dringendst eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Alleingänge wie in Deutschland werden langfristig keinen Erfolg versprechen.

Der Ausbau der Wasser-, Wind- und Solarenergie sowie der Stromnetze muss vorangetrieben werden. Die Stromeinspeisung muss auch kleinen dezentralen Energieerzeugern jederzeit behinderungsfrei und dauerhaft möglich sein. Neue Technologien zur Energiegewinnung, z.B. Gezeiten- oder Aufwindkraftwerke, oder zur Energieeinsparung, z.B. LED's, müssen weiterentwickelt und gefördert werden. Der Stromverbrauch muss weiter gesenkt werden, so könnten Straßenbeleuchtungen gedimmt werden und bei Bedarf wieder auf die volle Helligkeit hochgefahren werden.

Solange die Regierungen aber nicht zum Umdenken bereit sind und sich von Lobbyisten auf der Nase herumtanzen lassen, solange der Bürger nicht bereit ist Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben, er nicht seinen Stromanbieter wechselt und auf saubere Energie setzt, solange wird alles so bleiben wie es ist.

Es liegt an Euch selbst.

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Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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