Gepostet von am 9. September 2007 in blogfeuilleton | Keine Kommentare

Die Stasi ist tot, hoch lebe die Stasi!

Oder zumindest ihre Reinkarnation in Form der allseits beliebten GEZ.

Nicht nur, dass sie Gebührenverweigerer und Schwarzseher nach Stasimanier hinterherfahndet und kontrolliert, nun spielt sie sich auch noch als Rechtschreib-Apostel auf, wo doch inzwischen Wortverkürzungen zum Volkssport gehören.

Weist sie doch die Wissensplattform akademie.de in einer strafbewehrten Unterlassungserklärung darauf hin, zum staatlich angeordneten Zwangsgeld nicht mehr "GEZ-Gebühren" zu sagen, sondern sich bitte schön an den juristisch korrekten Wortlaut "gesetzliche Rundfunkgebühren" zu halten. Denn falls nicht, wird kurzerhand, für jedes dieser, aus dem Sprachschatz der GEZ gestrichenen und verbotenen Wörter, eine Strafe von 5.100 Euro angedroht.

GEZ Gebühr - Screenshot bei gez.de

Doch selbst die GEZ verwendet dieses, doch so negativ klingende Wortkonstrukt, wie dieser Screenshot zeigt.

Dennoch kann die GEZ nicht von ihren zweifelhaften Geschäftsgebaren ablenken, wie das gezielte ausspionieren von Schwarzsehern, wenn nötig auch mit Funkpeilung. Irgendwie erinnert mich das an die vergangenen DDR-Zeiten.

GEZ is eben immer watching you, auch for you.

Von den penetranten Belästigungen ihrer provisionsgeilen "GEZ-Gebührenfahnder", die sich schon mal als Beamte titulieren, mal ganz abgesehen.

Jährlich nimmt die GEZ etwa 7,1 Milliarden Euro ein. Das damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziell unterstützt werden soll, kann ich verstehen. Ich sehe aber nicht ein, dass die Mittel zu noch mehr infantilen Blödsinn und seichter Unterhaltung verwendet werden, wo gerade die öffentlich-rechtlichen Sender einen Bildungsauftrag haben, der aber in einer Zeit, wo Banalität zur Norm wird, immer mehr in Vergessenheit gerät.

In Zeiten, wo nur noch hohe Quoten das Maß aller Dinge zu sein scheint und Inhalte auf der Strecke bleiben, werden Sendungen wie Schulfunk, Sprachkurse und Telekollegs abserviert und dem intellektuell Belanglosen geopfert.

Zu groß ist die Gefahr und zu schwach der Widerstand der öffentlich-rechtlichen Sender, sich gegen den niveaulosen Mainstream und den privaten Voyeurismus entgegen zu stellen.

Wenn es nicht bald zu einer alternativen Finanzierungsform für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt, wie es bspw. Bernd Höcker auf seiner Homepage www.gez-abschaffen.de aufzeigt, und die Rundfunkanstalten sich wieder mehr Klasse, statt Masse zuwenden, dann werde ich wohl in Zukunft bald, im wahrsten Sinne des Wortes, Schwarzsehen.

Nachtrag: Jetzt hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil vom 11. September 2007 den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, verfassungsrechtlich ganz legal, das Recht auf Raub, in Form der GEZ-Gebühren, erlaubt. Wer sonst kann diese legitimierten Raubzüge in die Schranken verweisen, wenn nicht die Politik. Es wird Zeit, dass sich hier etwas an den gesetzlichen Grundlagen ändert.

Ich habe bisher nicht erlebt, dass diese geldgeilen Intendanten ihre Gehälter offenlegen, wie es von Managern und Politikern getan wird.

Deshalb kann es nur heißen: Die GEZ muss weg!

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Autorfoto
Oliver Konow
Ich bin 52 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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