Gepostet von am 16. September 2015 in kurzgefasstes | Keine Kommentare

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum sich Die Zeit in ihrem Artikel "Warum uns das iPhone Milliarden kostet" darüber echauffiert, dass Apple Steuerschlupflöcher ausnutzt, um Steuern zu sparen. Als Unternehmer würde ich das genauso machen und es ist völlig legitim, da es die derzeitige Gesetzeslage nunmal zulässt.

Es offenbart vielmehr das Versagen der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, endlich Steuerschlupflöcher zu schließen, Steueroasen trocken zu legen und einheitliche Unternehmenssteuersätze einzuführen. Empfindliche Strafen für Steuerhinterziehung zu verhängen und diese konsequent einzutreiben würden diesem Treiben ein jähes Ende bereiten. Die europäischen Finanzminister könnten Irland mit seiner niedrigen Besteuerung ganz schnell die Daumenschrauben anlegen, wenn sie es denn wollten.

Abgesehen davon sollten wir uns fragen, wie hoch die Forschung- und Entwicklungskosten für Apples Produkte und wie hoch die Investitionskosten in Fabrikanlagen sind. Ebenso wieviele Arbeitsplätze und andere nicht appleeigene Produkte bzw. Entwicklungen damit generiert werden. Sicherlich kein Grund seine Steuern auf ein Minimum herunterzurechnen, allerdings auch kein Grund, die Steuerflucht einzig und allein an Apple festzumachen.

Statt einen fundierten Artikel zur Steuerflucht zu schreiben, der nicht nur Unternehmen wie Samsung, Google und Facebook, sondern auch europäische Großkonzerne und Superreiche beleuchtet, betreibt Die Zeit lieber Apple Bashing. Ist ja auch einfacher, statt die richtigen Fragen zu stellen und Fakten zusammenzutragen.

Nur so nebenbei bemerkt, durch die Steuerflucht von Konzernen und Superreichen entgehen Europa jährlich etwa 1.000 Mrd. Euro.

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Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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