Gepostet von am 15. März 2014 in kurzgefasstes | Keine Kommentare

Manchmal genügt schon ein kleiner Standortwechsel, um völlig neue Motive zu entdecken. Insbesondere dann, wenn das Motiv die eigene erstmals um 880 als Throtmanni erwähnte Heimatstadt Dortmund ist und der Positionswechsel mittels Stadtrundfahrt vollzogen wird.

Richtig schön wird es erst, wenn sich Freunde wie Romy (@snoopsmaus) und Simon (@simsullen) hinzugesellen.

Mit dem roten Doppeldeckerbus ging es auf die knapp zweistündige City Tour, die am Dortmunder Hauptbahnhof begann.

Die Fahrt führte zunächst durch das Kreuzviertel und von dort weiter zum Hafen, der wie zu erfahren war, Europas größter Kanalhafen ist und über den Dortmund-Ems-Kanal Dortmund mit dem Rhein und der Nordsee verbindet.

Eingeweiht wurde der Dortmunder Hafen am 11. August 1899 vom deutschen Kaiser Wilhelm II.

Hafenamt

Hafenamt

Das bekanntestes Bauwerk am Dortmund-Ems-Kanal ist das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop bei dem 14 Meter Höhenunterschied überwunden werden.

Weiter ging es in Richtung Technische Universität, an der heute knapp 30.000 Studenten studieren und vorbei an der DASA, die 1993 als Deutsche Arbeitschutzausstellung in Dortmund eröffnet wurde und Einblicke in die Arbeitswelt von gestern, heute und morgen liefert.

Die nächste Station der Tour war das Westfalenstadion (Signal Iduna Park), dessen gelbe Pylonen weithin sichtbar sind und Dortmunds Stadtsilhouette prägen. Mit einem Fassungsvermögen von 80.645 (Bundesligakonfiguration) ist es Deutschlands größtes Fußballstadion.

Nicht weit vom Stadion und den Messehallen fuhren wir am etwa 70 Hektar großen Westfalenpark vorbei, der 1959 zur Bundesgartenschau eröffnet wurde. Hier steht auch der 220 Meter hohe Florian.

Florian im Westfalenpark

Florian im Westfalenpark

Anschließend erreichten wir den Rombergpark, der 1822 von der Familie von Romberg um das Wasserschloss Romberg im Stile eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde.

Durch Bombenangriffe 1944 wird der 65 Hektar große Park und das Schloss stark zerstört; heute existiert nur noch das Torhaus aus dem 13. Jahrhundert, in der sich die Städtische Kunstgalerie befindet und zahlreiche Ausstellungen präsentiert werden.

Ruinen vom 1560 erbauten Burgturm

Ruinen vom 1560 erbauten Burgturm

Phönix-West und Phönix-Ost, die später in der Hoesch AG aufgingen, waren Zentrum der Dortmunder Stahlindustrie. Das Hochofenwerk wurde 1998 und das Stahlwerk 2001 stillgelegt.

Phönix-West

Phönix-West

Während auf dem Gelände Phönix-West ein Hochofen als Industriedenkmal erhalten blieb und Standorte für Unternehmen aus dem Bereich Mikro- und Nanotechnologie sowie der IT bilden, legte die Stadt Dortmund auf dem ehemaligen Gelände Phönix-Ost den etwa 24 Hektar großen und ca. 1,2 Kilometer langen Phönixsee an.

Thomas Konverter auf der Kulturinsel im Phoenixsee

Thomas Konverter auf der Kulturinsel im Phoenixsee

Der Rückweg führte uns am Adlerturm, Zeugnis ehemaliger Wall- und Befestigungsanlage der freien Reichs- und Hansestadt und durch die Innenstadt am Rathaus vorbei.

Sandsteinfigur des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus

Sandsteinfigur des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus

Innerhalb der Stadt entdeckt der Besucher vier Kirchen. Die Reinoldikirche, benannt nach dem Schutzpatron Reinoldus, wurde 1250 erbaut und wer den Aufstieg zur Plattform des Glockenturms nicht scheut, wird in 104 Meter Höhe mit einem wunderbaren Blick über die Stadt belohnt.

Holzskulptur des heiligen Reinold

Holzskulptur des heiligen Reinold

Gegenüber der Reinoldikirche liegt die Marienkirche, in dem sich der Marienaltar aus dem Jahre 1420 befindet.

In unmittelbarer Nähe des Hansaplatzes steht die katholische Probsteikirche, die 1215 gegründete Klosterkirche des Dominikanerklosters St. Johannes.

Im Inneren der Petrikirche, deren Bau zwischen 1316 und 1523 erfolgte, befindet sich eine Superlative, die kaum ein Dortmunder wahrnimmt.

Hier befindet sich der größte flämische Altar des Mittelalters, auch das Goldene Wunder von Westfalen genannt, ein prächtiger Flügelaltar aus dem Jahre 1521, der mit 7,4 Metern geöffneter Breite und 5,6 Metern Höhe zu den größten Antwerpener Schnitzaltären zählt.

Wieder am Hauptbahnhof angekommen, endete unsere Stadtrundfahrt, die wir nicht nur Touristen, sondern auch Dortmundern empfehlen können.

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Autorfoto
Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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