Gepostet von am 11. September 2008 in politisches | 2 Kommentare

Seit Willy Brands Rücktritt 1974 ist bei der SPD von Geschlossenheit keine Rede mehr. Ebenso geht es mit der Mitgliederentwicklung permanent bergab.

Dort wird intregiert und kolportiert was das Zeug hält. Engholm fiel über Barschel und Scharping konnte Lafontaine nicht riechen. Es ließen noch weitere Beispiele innerer Zerissenheit aufzählen, aber das erspare ich mir lieber.

Ob Kurt Beck für den Niedergang der SPD allein verantwortlich zu machen ist bezweifel ich ganz stark. Er ist schließlich einer von vielen in der SPD-Führung.

Das man ihn aber auf diese miese Art und Weise abserviert, mal abgesehen von seiner Führungsschwäche, zeigt ein egoistisches und armseeliges Verhalten, dass einer Volkspartei nicht würdig ist. Für mich hat diese Partei inzwischen ihren Biss verloren und verkommt zusehens zum sozialdemokratischen Lotterhaufen. Einfach nur peinlich.

Selbst bei Franz Müntefering, dem westfälischen Urgestein, bin ich mir nicht sicher, ob er seine Partei endlich zur Räson und die innerliche Selbstzerfleischung aufhalten kann.

Fakt ist jedenfalls, dass die Sozialdemokraten bis zur Bundestagswahl ihre innere Geschlossenheit wiederfinden, ihre Linie zur Agenda 2010 aufeinander abstimmen und endlich ihr Verhältnis zur Linkspartei klären müssen.

Apropos Linkspartei. Ich kann nur hoffen, dass Müntefering Madame Ypsilanti endlich klar macht, dass eine Regierung unter Duldung oder Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht zur Debatte steht.

Ausgerechnet mit einer Partei, die aus Altkommunisten und ewig gestrigen (Christel Wegner) besteht, ist nunmal keine Politik zu machen. Egal wie oft die sich umbenennen, ihre faulig stinkende Vergangenheit werden sie damit nicht los.

Auch wenn einige Frank-Walter Steinmeier für eher unscheinbar halten, denke ich doch, dass er mit seiner ruhigen und pragmatischen Art Merkel durchaus gefährlich werden könnte. Wie gesagt, die SPD muss endlich wieder zu ihrer alten Form finden und mit den inneren Grabenkriegen aufhören.

Falls sie diesen Neuanfang nicht schafft, bleibt sie für mich künftig unwählbar.

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Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

2 Kommentare

  1. Icon Welt
    11. September 2008

    "Das man ihn aber auf diese miese Art und Weise abserviert, mal abgesehen von seiner Führungsschwäche, zeigt ein egoistisches und armseeliges Verhalten, dass einer Volkspartei nicht würdig ist" – das ist mir nicht ganz klar. Abgesehen von seiner Führungsschwäche? Bei einem Vorsitzenden? Führungsstärke wäre doch seine einzige Aufgabe.

  2. Icon Oliver
    11. September 2008

    Mir geht es um die Art und Weise, wie die SPD mit Beck umspringt. Auch wenn er nicht die Führungsstärke gezeigt hat, die von ihm erwartet wurde, sollte man im Umgang mit dem Menschen Beck etwas mehr Respekt haben.

    Solche Dinge schaden eher, als das sie nützen.

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