Gepostet von am 24. November 2014 in privates | Keine Kommentare

Um sechs Uhr bin ich aufgestanden und es ist so verdammt kalt.

Frühstück esse ich in der Küche, eine heiße Knoblauchsuppe und Käsetoast. Um acht Uhr geht es los. Der Weg ist relativ leicht zu bewältigen, mit ein paar Steigungen abgesehen. Nach zwei Stunden erreichen wir die Kala Pathar Lodge auf 4.720 m Höhe in Thula.

Während ich meine Tomatensuppe esse, schaffen Carrier Baumaterial von 50 Kilo Gewicht nach Gorak Shep. Ein Carrier ist 27 Jahre alt und trägt 90 Kilogramm von Namche nach Gorak Shep. Diese Leute werden nach Kilos bezahlt, je mehr sie tragen, desto mehr verdienen sie.

Carrier

Carrier

Vom Lunchpoint geht es steil bergauf, ich schätze 45 bis 50 Grad. Ein- und Ausatmen ein Schritt, völlig automatisch. Ang muss mich zum Pause machen zwingen. Jeder große Fels dient zur Rast. Es ist eine Qual, die im Kopf entschieden wird.

Als wir oben ankommen machen wir eine Pause an einem Ort, wo allen Everestverunglückten eine Steindenkmal errichtet wurde. Ein Ort, um kurz zu besinnen. Hier sind leider sehr viele Namen zu lesen.

Steindenkmäler

Steindenkmäler

Von hier aus geht es mal auf, mal ab.

Der Duft der Blume Mosut bzw. Sympathy die hier in diesen Höhen wächst, ist unverkennbar und steigt mir in die Nase. Sie wird getrocknet für Weihrauch verwendet.

Mit entsprechenden Pausen, um zu Atem zu kommen geht es weiter. Nach gut zwei weiteren Stunden erreichen wir auf 4.910 m Höhe die Sherpa Lodge in Lobuche. Genügend Zeit noch einige Fotos vom 5.820 m hohen Kongma zu machen.

Kongma (5.820 m)

Kongma (5.820 m)

Wenn ich mich morgen früh gut fühle, werden wir im Laufe des Vormittags nach Gorak Shep aufbrechen.

Das sind von Lobuche nochmals zwei Stunden Fußmarsch. Ansonsten ist es hier wieder ein gemütliches Beisammensein unterschiedlichster Nationen.

Ich traf Colins, den Zeichner aus Kalifornien, heute wieder. Er lief mir in Phakding über den Weg. Leider hat ihm die AMS von seiner Gruppe getrennt, so dass er hier in Lobuche bleibt, bis ihn seine Gruppe auf dem Rückweg hier wieder aufliest. Der Kala Patthar wird für ihn leider unerreicht bleiben. Wir haben unsere eMail-Adressen ausgetauscht und ich ich schicke ihm das Panorama, damit er es zeichnen kann. Er ist wirklich gut darin.

Wie bereits in Dingboche, gehen wir nur mit Kameras, Wasser und Müsliriegeln ausgestattet nach Gorak Shep. Dort werden wir eine Nacht schlafen, bevor der harte Aufstieg auf den Kala Patthar beginnt.

Ich schlafe wie immer in voller Montur und mit Handschuhe. Es ist in der Nacht so kalt, dass ich mich entschließe, die Kameras und das MacBookPro mit ins Bett zu nehmen. Die Technik muss ganz schön was aushalten. In Gokyo werde ich wohl die Batterien aufladen müssen.

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Autorfoto
Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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