Gepostet von am 15. November 2012 in literarisches | 2 Kommentare

PocketBook

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Am 3. November fand zum zweiten Mal das eBookCamp im Betahaus Hamburg statt und bot wieder ein interessantes Themenspektrum. Im Gegensatz zum letzten Jahr, konnte ich an meine drei favorisierten Sessions teilnehmen.

Die erste Session von Carsten Schwab (Hoffmann und Campe Verlag) Body of Mind – Von der Körperlichkeit des Textes und deren Folgen für seine Darstellung in elektronischen Medien befasste sich mit dem Wesen der Schrift und ihrem Wechselwirken mit dem Trägermedium.

Die zweite Session dotbooks – ein Verlag stellt sich der digitalen Herausforderung und macht das eBook zum zentralen Geschäftsmodell, gehalten von Sarah Mirschinka (dotbooks), lieferte einen Einblick in das junge 2012 gegründete Münchener Startup.

Die dritte Session ePub3 in der Praxis: Erwartungen, Möglichkeiten und Kompatibilitätsgrenzen, vorgetragen von Andrea Kock (Books on Demand), setzte sich mit dem ePub3-Format auseinander und veranschaulichte an Beispielen, wie sich verschiedene Elemente dieses Formats auf unterschiedlichen Lesegeräten in der Praxis darstellen.

Session 1: Body of Mind – Von der Körperlichkeit des Textes und deren Folgen

Wie stark Texte vom Trägermedium abhängen zeigte uns Carsten anhand einiger Beispiele, angefangen bei den Hieroglyphen der Ägypter bis hin zu Texten, die sich an Kurvenverläufen orientieren.

So liefert nicht nur der Text selbst Informationen, sondern auch seine Gestalt. Diese Gestalt, wie oben erwähnt, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit den vorhandenen Lesegeräten nicht oder nur mit erheblichen Aufwand umsetzen.

Es liegt in der Natur der eReader, Texte erst mit dem Aufruf darzustellen und sie werden erheblich vom Gerät selbst und seiner Software bestimmt.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt der Texte stark beeinflussen kann, ist die Auswahl der Schriftart durch den Leser.

Für den Verlag stellt sich letztlich die Frage, wie stark der Informationsverlust des Textes bei Wegfall des visualisierenden Elements ist und ob dann nicht auf ein Veröffentlichen in Form eines eBooks verzichtet werden sollte.

Fazit

Gerade in Hinblick auf das Veröffentlichen von Texten in Form von eBooks zeigt sich, dass nicht nur Autor, Lektor und Verlag eng zusammenarbeiten müssen, es zeigt sich vielmehr, dass sie transmedial Denken müssen.

Session 2: dotbooks – ein Verlag stellt sich der digitalen Herausforderung

Sarah Mirschinka, verantwortlich für Marketing und Vertrieb, stellte uns in Ihrer Session den digitalen Verlag dotbooks vor. Dieser Verlag, der im Februar 2012 von Beate Kuckertz gegründet wurde, konzentriert sich ausschließlich auf das Veröffentlichen von eBooks.

Das von sechs Mitarbeitern betreute Buchprogramm deckt neben dem klassischen Sachbuch, auch Jugendbücher, Romane, erotische Literatur u.v.m. ab.

Es werden nicht nur namhafte Autoren verlegt, sondern auch Autoren, die Spaß haben sich auf "Digitales" einzulassen.

Eine starke Social Media Präsenz von dotbooks auf Facebook, Twitter und Google+ gestattet nicht nur das Vermarkten und Vorstellen neuer Bücher, sondern bietet dem Leser die Möglichkeit, mit dem Autor und dem Verlag in Kontakt zu treten.

Fazit

Das Veröffentlichen in Form von eBooks eröffnet dem Verlag wesentliche Vorteile, zum Einen bekommen nicht mehr verlegte Bücher auf dem Buchmarkt wieder eine Chance und zum Anderen kann sich der Verlag viel stärker auf den Autor, den Leser sowie das Produkt und seiner Vermarktung konzentrieren.

Darüber hinaus erlaubt es eine kundenfreundliche Preisgestaltung und das Anbieten von eBooks ohne DRM.

Ob das eBook das Taschenbuch als preiswerte Leseform in den nächsten drei Jahren ablösen wird, wie von Sarah prognostiziert, lasse ich so stehen. Ich befürchte, es geht schneller.

Session 3: ePub3 in der Praxis: Erwartungen, Möglichkeiten und Kompatibilitätsgrenzen

Andrea Kock zeigte uns anhand ihrer Präsentation, wie die unterschiedlichsten Lesegeräte ausgewählte Elemente, wie eingebettete Schrift, Initialen, Pop-Up Fußnoten, einfache Tabellen und Absatzkontrolle (Hurenkind und Schusterjunge) sowie zweispaltiger Text und Videos in der Praxis darstellen.

Es zeigte sich, dass das Darstellen dieser Elemente von Lesegerät zu Lesegerät zum Teil erheblich abwichen, moderne Geräte aber zusehends in der Lage sind, die Spezifikationen des ePub3-Formats umzusetzen.

Für die Gerätehersteller bedeutet das einerseits, dass sie ihre Software stärker und schneller nach den Vorgaben des International Digital Publishing Forum (IDPF) umsetzen müssen, für die Verlage und Autoren bedeutet dies andererseits, sich beim Erstellen der eBooks an die vorgegeben Standards zu halten.

Fazit

Ein eReader der alle genannten Elemente unterstützt ist bisher noch nicht zu finden, doch angesichts der rasanten Entwicklung dürfte dies nur noch eine Frage der Zeit sein.

Einfach mal Danke sagen

Herzlichen Dank an Janina, Andrea, Ute, Carsten und Felix für die Organisation des Camps und das großartige Bewirten mit Suppe sowie Kaffee und Kuchen.

Team des eBookCamps 2012

Das eBookCamp-Team: Carsten Raimann, Andrea Schlotfeldt, Ute Nöth, Janina Hein und Felix Wolf (© eBookCamp)

Das eBookCamp ist unter folgendem Link zu finden:

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Autorfoto
Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

2 Kommentare

  1. Icon Welt
    18. November 2012

    Danke für den tollen Rückblick! Und danke fürs DANKE, freut uns sehr!

  2. Icon Oliver
    19. November 2012

    Keine Ursache, muss ja mal gesagt werden.

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