Gepostet von am 5. November 2011 in literarisches | Keine Kommentare

Am 5. November war ich auf dem eBookCamp im Betahaus Hamburg. Bei diesem Camp ging es um eBooks und die Zukunft der Bücher.

Ich hatte mich für zwei Vorträge entschieden, zum Einen für den von Jennifer Elfert (zuuka) gehaltenen Vortrag zur Frage: ePub3 – Das E-Book-Format der Zukunft im Kinderbuchbereich? und zum Anderen für den Vortrag von Peter Schmid-Meil vom Franzis Verlag zum Thema: All Odds – Der E-Book-Workflow im Verlag. Leider fanden beide zeitgleich statt. Erstgenannter stand ganz oben auf meiner Liste, so dass klar war, wen ich favorisierte.

Der zweite Vortrag, gehalten von Dorothea Martin, Expertin für Transmedia und storytelling, und Michael Dreusicke, Geschäftsführer von PAUX, drehte sich um das Thema: Dynamischer Text.

Session 1: ePub3 – Das E-Book-Format der Zukunft im Kinderbuchbereich?

Jennifer ging zunächst auf die Entwicklung des eBook-Marktes ein, wobei Deutschland mit seinen 1,4 Mio. verkauften eBooks (Stand: Juni 2011) eher auf den hinteren Plätzen zu finden ist. Das Länder wie Brasilien und China auf diesen neuen Markt drängen, zeigt einmal mehr, dass hier die letzten Messen noch nicht gesungen sind.

Erwähnt wurden auch die unterschiedlichen Vertriebsplattformen, wie z.B. der iBookstore, Amazon, Thalia.de.

Nach diesem statistischen Ausflug, der vor Allem für Anwesende der Verlage interessant gewesen sein dürfte, fiel der Fokus dann auf das eigentliche Thema: dem EPUB-Format.

Während das ePub2-Format auf XHTML aufbaut und eher für textbasierten Inhalt geeignet ist, ermöglicht das neue ePub3-Format, dessen Grundlage HTML5 darstellt, zusätzlich zum Lesetext auch das Einbinden von Audio- und Videodateien.

Die starke Multimediafähigkeit des ePub3 führte bei einigen Teilnehmern und auch bei mir unweigerlich zur Frage, ob das Erstellen einer App nicht dem eBook vorzuziehen wäre. Ich denke es kommt letztlich auf den Inhalt und die Zielgruppe an, die der Verlag erreichen will. Das Entwickeln einer App erfordert darüber hinaus eine ganz andere Herangehensweise.

Am Beispiel des interaktiven eBooks "Five Little Pumpkins" zeigte uns Jennifer, welch ungeahnte Möglichkeiten sich den Verlagen und Autoren im Bereich Kinderbuch bieten.

Es kristallisierte sich aber noch eine weitere wichtige Erkenntnis heraus, nämlich die Tatsache, dass es neben den unterschiedlichsten eBook-Formaten auch eine endlose Anzahl an eBook-Readern gibt. Für jeden Reader das eigene Format zu entwickeln wäre für Verlage und Einzelautoren angesichts der Kosten schlicht unmöglich. Daher wird man sich auf die meistbenutzten Endgeräte beschränken müssen.

Fazit

Die klassischen Hör- und Bilderbücher verschmelzen zu einem interaktiven audiovisuellen Erlebnis, zu einem "bedienbaren Hör-Seh-Buch".

Das ePub3-Format ist zwar noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber mit ihm ist der Schritt zu einem offenen Standard geschaffen worden, der sowohl dem Verlag als auch dem Autor eine völlig neue Art der Publikation ermöglicht.

Hinweis: Das Veröffentlichen der eBooks von Einzelautoren im ePub3-Format über etablierte Plattformen wie dem iBookstore ist derzeit nicht möglich und nur ausgewählten Verlagen vorbehalten. Textorientierter Inhalt ohne interaktive Elemente sollten besser im ePub2-Format veröffentlicht werden, da dieses Format ohnehin weiter verbreitet ist.

Session 2: Dynamischer Text

In dieser Session präsentierten Dorothea und Michael das Personal Auxiliary System – PAUX, eine Technologie zum Erstellen, Veröffentlichen und Verwalten von dynamischen Dokumenten. Mit dessen Hilfe wird der Seiteninhalt bis auf die kleinste Ebene, den Wörtern, zerlegt, diese als Datenbankobjekte gespeichert und vielfach semantisch miteinander verknüpft.

Darüber hinaus können einzelne Objekte miteinander verknüpft, gefiltert, analysiert oder bewertet werden. Auf diese Weise lassen sich Texte nach Relevanz, Schwierigkeit oder Nutzergruppe zusammenstellen, die kommentiert oder mit Notizen versehen werden können.

Neben der Anwendung als Wiki oder Lernplattform, lässt sich diese Technologie auch nahtlos in das Content Management System integrieren.

Für Verlage erschließen sich völlig neue Vermarktungsmethoden, indem sie in Echtzeit auf die Interaktionen der Nutzer reagieren und ihnen gezielt personalisierte Inhalte bieten können.

Die Funktionsweise wird an der Homepage von PAUX deutlich.

Fazit

Diese Technologie stellt einen interessanten Lösungsansatz dar, der weit über die bloße Verlagsnutzung hinausgeht. Sie zeigt, wie das Textverständnis verbessert und Wissensvermittlung künftig gestaltet werden kann. Zielgruppenspezifische Inhalte zu liefern, sie zu filtern und didaktisch aufzubereiten spart dem Nutzer nicht nur Zeit, sondern ermöglicht ihm auch bestmöglich Lernerfolge.

Resümee

Die Vorträge des eBookCamps boten interessante Einblicke über völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten von eBooks, deren Interaktion über Social Media Kanälen sowie flexiblen Vermarktungsansätzen.

Viele Dank an die Veranstalter und Sponsoren, die dieses Event auf die Beine stellten. Dank auch an die Sessionleiter für die informativen Vorträge. Ein rundum gelungener Abend.

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Autorfoto
Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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