Gepostet von am 10. Dezember 2008 in kurzgefasstes, verkehrstechnisches | Keine Kommentare

Die Bahn kommt!

Dabei hat das führerlose Fahrzeug die Bahnhöfe von Merseburg nach Querfurt noch vor der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit erreicht. Gratulation! Überpünktlich. Nur ohne Lokführer.

Aber jetzt mal Spaß beiseite. Die Frage die sich mir als Experte stellt ist doch: Wie konnte sich das Fahrzeug unbeabsichtigt in Bewegung setzen und 40 Kilometer zurücklegen?

Ich werde jetzt mal spekulieren, wobei ich den Untersuchungen des Eisenbahn-Bundesamtes nicht vorgreifen will.

  • Normalerweise sollte bei abgestellten Fahrzeugen, deren Batterie ausgeschaltet ist, die Federspeicherbremse angelegt sein. Somit ist ein "Abhauen" eigentlich unmöglich. (menschliches Versagen)

    Ansonsten gibt es bei einem betriebsbereiten Fahrzeug, deren Batterie eingeschaltet ist, noch den Sicherheitsfahrschalter (Sifa), der ständig gedrückt und nach 30 Sekunden einmal losgelassen werden muss, sowie die punktförmige Zugbeeinflussung (PZB). Spätestens nach 30 Sekunden hätte das Fahrzeug entweder durch die Sifa oder durch die PZB am nächsten Haltsignal durch eine Zwangsbremsung zum stehen gebracht werden müssen. (technisches Versagen)

    Beim Entkuppeln solcher Fahrzeuge legen eigentlich die Federspeicherbremsen automatisch an. (technisches Versagen)

Nach diesem Vorfall hat das EBA wie gewohnt seine Arbeit aufgenommen und ermittelt nun in beide Richtungen, menschliches und technisches Versagen.

Lediglich die Öffentlichkeitsarbeit der Bahn lässt mal wieder zu Wünschen übrig. Dabei spielt es keine Rolle, ob Personen gefährdet waren oder nicht. Es gehört einfach zu den Pflichten eines mit Steuergeldern finanzierten Unternehmens, die Öffentlichkeit umgehend darüber zu informieren.

Nachtrag: Laut EBA sei eine menschliche Fehlhandlung auszuschließen. Die Untersuchungen konzentrierten sich jetzt auf die automatische Kupplung, die die Zugteile verbindet bzw. trennt. Über das Ergebnis der Untersuchung bin ich mal gespannt.

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Oliver Konow
Ich bin 51 und beruflich dem Hochgeschwindigkeitsverkehr verfallen. Die Fotografie ist mein Hobby und Reisen meine Leidenschaft. Darüber hinaus interessieren mich Fraktale sowie die Astronomie.

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