Natürlich haben in Neubrandenburg bedeutende Persönlichkeiten gelebt und ihre Spuren hinterlassen. Die Biographien der wichtigsten Leute habe ich mal aufgelistet. Quellen: siehe Buchtipps.

Hinweis: Sofern die Bilder nicht mit einem Copyright gekennzeichnet sind, liegt dieses bei den jeweiligen Autoren der unter Buchtipps genannten Bücher. Eine Veröffentlichung bedarf Ihrer ausdrücklichen Zustimmung!

 

Friedrich Wilhelm Buttel

* o1. Dezember 1796 in Zielenzig
† o4. November 1869 in Neustrelitz

Architekt und Landbaumeister; Maurerlehre 1813 mit der Gesellenprüfung beendet; arbeitete als Feldmesser; 1813–1817 Teilnahme an den Befreiungskriegen; Studium der Mathematik und Architektur in Berlin von 1817–1819 als Baukondukteur abgeschlossen; wurde dort mit Carl Friedrich Schinkel und Gottfried Schadow bekannt, die ihn stark beeinflussten; ab 1821 in Neustrelitz; wurde Oberbaurat für Mecklenburg-Strelitz; schuf viele neue Bauten: 1823 Belvedere Neubrandenburg, 1825 Komödienhaus Neubrandenburg, 1826 Gymnasium Neubrandenburg, 1828/32 Turmbau der Stadtkirche Neustrelitz, 1832/33 Rathaus Burg Stargard, 1840 Rathaus Neustrelitz, 1850/51 Carolinenpalais Neustrelitz, 1854/59 Schlosskirche Neustrelitz; Erbauer der Backsteinmauer um den Neustrelitzer Friedhof, dem Stadtpark und dem Bezirkshygieneinstitut; Friedhofskapellen Neustrelitz und Neubrandenburg und zahlreiche Dorfkirchen.

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Bild von Friedrich Ludwig Jahn

Friedrich Ludwig Jahn

* 11. August 1778 in Lanz bei Perleberg
† 15. Oktober 1852 in Freyburg/Unstrut

genannt Turnvater Jahn, Pädagoge und Politiker; Gründer der deutschen Turnbewegung. Jahns Bedeutung liegt besonders in der Entwicklung des Turnens, dessen Übungen er, aufbauend auf P. Villaume, G. U. A. Vieth und J. C. F. Guts Muts, zusammen mit E. W. B. Eiselen und F. Friesen schuf, und in dem er eine Möglichkeit sah, während der Napoleon. Herrschaft die phys. und moral. Kraft des Volkes zu stärken. 1811 richtete er in der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz ein. Sein Turnen umfasste vielfältige Leibesübungen, zu denen Fechten, Schwimmen, Laufen, Spiel und Tanz gehörten. Turnen sollte volkstümlich gestaltet sein, viele Menschen ansprechen und einen Beitrag zur Freiheit und Einheit Deutschlands leisten. So geriet Jahn nach 1815 in Gegensatz zum restaurativen Regime. Er war Mitbegründer der Dt. Burschenschaft und wurde als angeblicher geistiger Urheber der Ermordung A. von Kotzebues (1818) in Haft genommen. Nach Schließung der Turnplätze und Beschränkungen der Turnbewegung durch die Karlsbader Beschlüsse wurde Jahn der Prozess gemacht, der 1825 mit einem Freispruch endete; dennoch blieb er unter Polizeiaufsicht und stand bis 1840 unter dem Verbot der politischen Betätigung. 1848 wurde Jahn als Befürworter der demokratischen Monarchie in die Dt. Nationalversammlung gewählt. Sein gemeinsam mit Eiselen verfasstes Buch "Die Dt. Turnkunst" (1816) ist ein klassisches Werk der Turnliteratur. Die Turnsprache Jahns hat sich z. T. bis heute erhalten.

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Bild von Fritz Reuter

Fritz Reuter

* 07. November 1810 in Stavenhagen
† 12. Juli 1874 in Eisenach

niederdeutscher Schriftsteller; studierte Jura in Rostock und Jena, wurde 1833 als aktiver Burschenschafter in Berlin verhaftet, nach drei Jahren Untersuchungshaft wegen angeblicher Majestätsbeleidigung und Hochverrats zum Tode verurteilt, zu 30 Jahren Festungshaft begnadigt und 1840 amnestiert. Nach Scheitern des Studiums wurde er 1842 Landwirtschaftseleve (niederdt. "Strom"), 1850 Privatlehrer in Treptow. Hier entstanden, angeregt durch K. Groths "Quickborn", seine schwankartigen Gedichte "Läuschen un Rimels" (1853). Nach der Übersiedlung nach Neubrandenburg 1856 erschienen Reuters wichtigste Werke, das sozial anklagende Versepos "Kein Hüsung" (1858; über den Konflikt zwischen einem Tagelöhner und seinem Gutsherrn), das positive Gegenstück "Hanne Nüte un de lütte Pudel" (1860), vor allem der größte Teil der Prosaromane: "Ut de Franzosentid" (1859; eine Kleinstadtsatire aus der Zeit der napoleon. Besetzung), "Ut mine Festungstid" (1862) sowie die ersten beiden Teile von "Ut mine Stromtid" (1862–63; mit der Darstellung bäuerl. und kleinbürgerl. Lebens in Mecklenburg; dritter Teil 1864 nach seiner Übersiedlung nach Eisenach) mit der Gestalt des "Unkel Bräsing", die Geschehnisse des eigenen Lebenskreises bei erkennbar ernstem Hintergrund eine humorvolle Seite abgewinnen. Sie in erster Linie bestimmen Reuters Rang als Autor eines kritischen Realismus, der volkstümliche Züge mit sozialkrit. Momenten verbindet und dessen Werke weit über den niederdt. Raum hinaus wirkten.

Weitere Werke: "Herr von Hakensterz und seine Tagelöhner" (1847–1859); "De Reis' nah Belligen" (1855); Redaktion des "Unterhaltungsblattes für beide Mecklenburg und Pommern" (1855–56); "Schurr-Murr" (1861); "Dörchleuchting" (1866); "De Reis' nah Konstantinopel" (1868)

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Bild von Viktor Siemerling

Viktor Siemerling

* 03. Februar 1823 in Neubrandenburg
† 01. Januar 1879 in Neubrandenburg

Geschäftsmann; übernahm 1848 die Apotheke seines Vaters und nach dessen Tod 1853 auch das Kaufmannsgeschäft; dem fügte er noch ein Bankgeschäft hinzu und gab der Firma den Namen V. Siemerling; war ein einflußreicher Geschäftsmann und eine einflußreiche Persönlichkeit im öffentlichen Leben der Stadt Neubrandenburg; trug zum wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt und zur Hebung des geistigen Lebens bei; in seinem Haus gingen bekannte Persönlichkeiten wie Ernst und Franz Boll, Bürgermeister Ahlers und Brückner aus und ein; ebenso war Fritz Reuter ein ständiger Gast des Hauses; er wurde nicht nur Reuters Bankier, sondern auch einer seiner besten Freunde.

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Franz Christian Boll

* 31. August 1775 in Neubrandenburg
† 12. Dezember 1818 in Neubrandenburg

Prediger; hatte die Gelehrtenschule seiner Vaterstadt besucht und das Theologiestudium an der Universität Jena absolviert; seit 1802 Prediger und Seelsorger an der Marienkirche und Johanniskirche Neubrandenburg; blieb seiner Vaterstadt bis zu seinem Tode treu; lehnte 1805 einen Ruf nach Bremen und 1817 nach Ludwigslust ab; war ein Freund Herzog Carls von Mecklenburg-Strelitz; es gibt gedruckte Predigten von ihm und 1809 veröffentlichte er "Von dem Verfalle und der Wiederherstellung der Religiosität"; seine Schrift "Merkwürdigkeiten aus der Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg vom Jahre 1801 ab" hat sein Sohn Franz in seiner "Chronik der Vaterstadt Neubrandenburg" übernommen; sein Denkmal nach einem Entwurf von C. D. Friedrich steht an der Südseite der Marienkirche.

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Bild von Franz Boll

Franz Boll

* 17. Oktober 1805 in Neubrandenburg
2o. März 1879 in Neubrandenburg

Pastor und Heimatforscher; Sohn von Franz Christian Boll; Schüler des Neubrandenburger Gymnasiums; Theologiestudium an der Universität Berlin, Halle, Rostock; bis 1835 Hauslehrer in mecklenburgischen Gutshäusern; 1836–1875 Pastor an der Marienkirche Neubrandenburg; war zugleich Lehrer am Gymnasium der Stadt; war 30 Jahre Ordinarius der Quinta und Lehrer seiner Kinder; legte 1867 den Schuldienst nieder und widmete sich ganz seinen wissenschaftlichen Arbeiten; schrieb mehrere heimatbezogene Schriften wie die "Geschichte des Landes Stargard" (1846/47) und die "Chronik der Vaterstadt Neubrandenburg" (1875); von ihm stammt auch der Abschnitt "Die Bauern und die Landwirtschaft" und "Die älteste Geschichte der Slawen" in der "Geschichte Mecklenburgs" von seinem Bruder Ernst Boll.

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Ernst Boll

* 21. September 1817 in Neubrandenburg
† 20. Januar 1868 in Neubrandenburg

Historiker, Natur- und Heimatforscher; Sohn von Franz Christian Boll; größtenteils Privatunterricht, da er ständig kränkelte; Studium der Theologie und Naturwissenschaften in Berlin und Bonn; 1842 Hauslehrer in Friedland; 1847 Mitbegründer des Vereins der Freunde der Naturgeschichte und von 1847–1866 Herausgeber des "Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg"; über 150 Aufsätze darin stammen aus seiner Feder; betrieb naturkundliche Studien auf dem Gebiet der Geologie, Meteorologie und Petrographie in der Neubrandenburger Gegend; sein Interesse gehört ebenso der Pflanzen- und Tierwelt; wirkte 1848 in der oppositionellen Reformvereinsbewegung Neubrandenburgs mit; 1849–50 verantwortlicher Redakteur des "Wochenblatt für Mecklenburg-Strelitz"; erhält 1863 die Ehrenpromotion der Universität Greifswald; Verfasser einer "Geschichte Mecklenburgs" (1855); "Abriß der mecklenburgischen Landeskunde" (1861); "Mecklenburg. Eine naturgeschichtliche und geographische Schilderung für Schulen und zum Selbstunterricht" (1847).

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Bild von Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich

* 05. September 1774 in Greifswald
† 07. Mai 1840 in Dresden

Maler; erster Kunstunterricht bei dem Architekten und Universitätszeichner Johann Gottfried Quistorp in Greifswald; 1794–1798 Kunstakademie Kopenhagen; 1798 Übersiedlung nach Dresden, das zu der Zeit der Mittelpunkt der romantischen Bewegung wurde; schloß sich dort der Schule Adriaen Zinggs, Ch. Klengels und Jacok Seidelmanns an; verdiente seinen Lebensunterhalt durch Prospektmalerei; beteiligte sich 1805 an der Ausstellung Weimarer Kunstfreunde; 1807 widmete er sich der Ölmalerei und sein Name war bald in aller Munde; 1816 Mitglied der Dresdner Akademie; 1824 außerordentlicher Professor; 1835 lähmt ein Schlaganfall seine Schaffenskraft; 1837 konnte er nicht mehr arbeiten; zu den Freunden seiner späteren Jahre gehörte Carl Gustav Carus, der 1815–1824 seine "9 Briefe über Landschaftsmalerei" schrieb; hat vielfach Motive seiner heimatlichen Landschaft bei Greifswald und auf Rügen verwendet; gehörte der romantischen Bewegung an.

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Bild von Wilhelm Karl Georg Ahlers

Wilhelm Karl Georg Ahlers

* 23. Januar 1810 in Neubrandenburg
† 13. Juli 1889 in Neubrandenburg

Rechtsanwalt und Bürgermeister; studierte in Heidelberg und Rostock Rechtswissenschaften; ließ sich in Neubrandenburg als Advokat nieder; nahm aus gesundheitlichen Gründen die Stelle eines Senators an; seit 1863 Bürgermeister der Stadt; betrieb eifriges Aktenstudium und bot die Ergebnisse in regelmäßigen Vorträgen des "Bildungs-Vereins" dar; war eng mit den Gebrüdern Boll verbunden; widmete den Schulen Neubrandenburgs großes Interesse; Mitbegründer des Museums auf dem Treptower Tor, dem Tierschutzverein, dem Verschönerungsverein; war Redakteur des 1. Jahrganges der "Monatsblätter der verbundenen Mecklenburgischen Tierschutz-Vereine"; veröffentlichte 1876 seine "Historisch-topographischen Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg" und 1881 das "Neubrandenburger Bürgerbuch".

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Friedrich Wilhelm Ludwig Brückner

* 22. Februar 1814 in Neubrandenburg
† 03. Dezember 1902 in Neubrandenburg

Arzt; besuchte das Neubrandenburger Gymnasium und erwarb 1835 in Stralsund das Reifezeugnis; studierte an den Universitäten Berlin, Heidelberg, Halle Medizin; promovierte 1839; war ab 1840 50 Jahre lang praktischer Arzt in Neubrandenburg; gehörte 1870/71 zur Lazarett-Kommission für Kriegsgefangene; erwarb sich große Verdienste auf dem Gebiet der Gesundheitspflege und wurde zum Medizinalrat ernannt; sammelte naturgeschichtliche, geschichtliche und vorgeschichtliche Funde, unternahm planmäßige Ausgrabungen von vorgeschichtlichen Wohnplätzen und Urnengräbern; schuf gemeinsam mit Wilhelm Ahlers, Victor Siemerling und Franz Boll 1872 das städtische Museum auf dem Treptower Tor, wo er seine Funde unterbrachte; war Leiter der Sammlung, gab Jahresberichte des Museumsvereins heraus und fertigte einen Katalog der Museumsschätze an; der Vorstand des Museumsvereins ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten; lieferte mehrere Arbeiten zur Rethraforschung; sein Werk wurde von seinem Sohn Dr. Ludwig Brückner (07.02.1844–12.04.1922) weitergeführt.

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