Die Geschichte Neubrandenburgs habe ich mal in chronologischer Reihenfolge zusammengestellt. Quellen: siehe Buchtipps.

Jahr Ereignis
um 1170 Bau eines Prämonstratenserklosters in Broda am Tollensesee als Stiftung des Pommernherzogs Casimir
1248 4. Januar: Johann I. von Brandenburg beauftragt in Spandau Herbord von Raven mit der Gründung von Neu-Brandenburg
1271 Ersterwähnung der Vierrademühle; Kloster Broda erschwindelt Entschädigung für den Boden Neubrandenburgs
1290 Nachweis der ältesten Zunft, der Schlachter
1292 Beatrix, Tochter des brandenburgischen Markgrafen Albrecht, heiratet Fürst Heinrich von Mecklenburg
1298 Hauptaltar der Stadtkirche St. Marien geweiht durch den Bischof von Havelberg
um 1300 Errichtung der Wehranlage aus Stein
1315–17 Templiner Frieden regelt den Verbleib des Landes Stargard bei Mecklenburg
1382 Vertrag zwischen Neubrandenburg und Friedland zum gegenseitigen Beistand
1395 Einführung des Bürgermeisteramtes
1480 Fehde mit den Ihlenfelder Adligen
14./15. Jh. Aufblühen der Stadt durch Handwerk und Handel trotz vieler Fehden und Kriege
1523 Erste reformatorische Predigt
1552 Erasmus Alberus, Freund Luthers, wird Superintendent des Landes Stargard und Prediger an der Marienkirche
1572 Die Handwerker erwirken Mitbestimmung im Rat; weitere Zunftprivilegien werden verliehen
1585–87 Bau des Rathauses auf Marktplatz
1602 Den Wiekhaushauptleuten wird der Brandschutz überstellt
1614 Brand zerstört halbe Stadt
1621 Pestepedemie
1627 Wallensteins Truppen besetzen die Stadt
1631 1. Februar: Schweden zwingen kaiserliche Truppen zum Abzug
9. März: fürchterliches Blutbad durch Tillys Landsknechte im Dreißigjährigen Krieg; wirtschaftlicher Ruin der Stadt
1655 Blitzschlag zerstört den Turm der Marienkirche
1665/1671 Konkurs – sämtlicher städtischer Besitz wird an Gläubiger abgetreten
1676 Stadtbrand; nur 16 Häuser und 15 Buden bleiben erhalten
1701 Landesherrlicher Erbvergleich, das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz entsteht
1708 Neubrandenburg wird Vorderstadt des Landes Mecklenburg-Strelitz
1709 Strenger Winter, in dem fast alles Vieh erfriert
1737 Großer Stadtbrand, 234 Häuser betroffen; Wiederaufbau des Rathauses
1752 Adolph Friedrich IV. (Dörchläuchting) besteigt, noch minderjährig, den Thron von Mecklenburg-Strelitz
1761 Stadt Schauplatz kriegerischer Ereignisse im Siebenjährigen Krieg
1766–69 Johann Heinrich Voß besucht die Lateinschule
1770 Letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Galgenberg
1738–1794 Adolph Friedrich IV., Herzog von Mecklenburg-Strelitz; Herzog ab 1752
1775 Errichtung des Sommerpalais
um 1780 Eröffnung des herzoglichen Schauspielhauses
1793/94 Fertigstellung des Schauspielhauses in der Pfaffenstraße
1797 Gründung der Mecklenburgischen Hagel-Versicherungsgesellschaft als erste ihrer Art in Deutschland
1798 Eröffnung der Kleinen Deutschen Schule, die 1805 Bürgerschule wird
1800 Neubrandenburg zählt 4.711 Einwohner
1804/05 Der erste Friedhof außerhalb der Stadtmauer wird eingerichtet und geweiht
1807–13 Französische Fremdherrschaft mit schweren Steuerlasten (Franzosentid)
1813–15 Nationale Erhebung gegen die Franzosen; Konrektor Milarch und Primaner kämpfen als Strelitzer Husaren
1815 Erster Turnplatz auf der Kuhwiese
1820 Aufhebung der Leibeigenschaft in Mecklenburg-Strelitz
1823 Neubrandenburg erhält eine Neue Stadtverfassung
1823–26 Bau eines neuen Schulhauses – ab 1941 Gymnasium
1832–41 Kirchenrestaurierung unter Leitung von Hofbaurat Buttel
1856 Bau einer Telegraphenstation am Treptower Tor
1856–63 Fritz Reuter verlebt hier die schaffenreichsten Jahre (u.a. "Kein Hüsung")
1857 Erstes Fotoatelier – W. Bahr
1863 Aufhebung der Torsperre; Separation der Feldmark
1864 Eisenbahnanschluss; Friedrich-Franz-Bahn nach Güstrow
1867 Eröffnung der Gasanstalt und Installation von Gaslaternen
1869 Erster Pferdemarkt in Neubrandenburg
1873 Eröffnung des Museums im Treptower Tor
1877 Einweihung der Synagoge; die Nordbahn Berlin-Stralsund nimmt den Betrieb auf
1887 Eröffnung des kaiserlichen Postamtes
1890 Erste Maifeier in Neubrandenburg; Städtische Kunstsammlung gegründet
1893 Einweihung des Fritz-Reuter-Denkmals
1894 Gründung der Aktiengesellschaft Augustabad; Kurhäuser entstehen
1899 Einsturz des Fangelturms am Ende der Turmstraße
1900 10.559 Einwohner; nur 316 Häuser außerhalb der Stadtmauer
1901 Bau einer "Damenbadeanstalt"
1904 Einweihung des F. L. Jahn-Denkmals
1905 Im Nemerower Holz wird der Aussichtsturm Behmshöhe gebaut
1907 Bau eines Wasserwerkes
1910 Bau eines Elektrizitätswerkes
1912 Erster Anstich in der Brauerei Jansen und Bechly
1914–18 Erster Weltkrieg – die Stadt beklagt 444 Gefallene
1918 Novemberrevolution – Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates
1920 Kapp-Putsch und Generalstreik
1922 Landarbeiterstreik in der Region
1924 Eröffnung des Reuter-Museums
ab 1933 Garnisonsstadt mit Fliegerhorst und Panzerkaserne sowie Rüstungsindustrie
1935 Privatier Kurt Heber verlegt Produktionsstätte von Berlin nach Neubrandenburg
1936 15. Januar: Verlegung der 1. Gruppe des Kampfgeschwaders 252 auf den Fliegerhorst Trollenhagen
1938 Baubeginn der Kasernen im Süden der Stadt, sog"Panzerkasernen"; Synagoge wird von Nationalsozialisten abgebrannt
1939–45 Zweiter Weltkrieg
1939 Im Ortsteil Fünfeichen entsteht ein Kriegsgefangenenlager
1940/41 Bau der Torpedoversuchsanstalt am Tollensesee
1943 Frauenkonzentrationslager als Außenlager des KZ Ravensbrück; Arbeitskräfte für die Rüstungsbetriebe
1944 5. Oktober: Luftangriff der Alliierten auf den Fliegerhorst Trollenhagen
1945 29./30. April: Rote Armee besetzt Stadt; großer Stadtbrand; Innenstadt verliert Gesicht
Kriegsgefangenenlager wird Internierungsplatz: "Speziallager 9"
ab 1946 Entrümmerungsarbeiten
1948 700-Jahr-Feier festlich begangen; Wiedereröffnung des Museums
1952 Weihe der neuen Glocke für die Marienkircke
30. April: symbolische Grundsteinlegung in der Herbordstraße für Neuaufbau der Innenstadt; 23. Juli: Neubrandenburg wird Bezirksstadt
1957 Bau der ersten Satellitenstadt im Süden
1958 Die Stadt hat 30.449 Einwohner
1962 Neugründung des Sportclubs Neubrandenburg; erster SCN 1922
1965 Einweihung des Hauses der Kultur und Bildung
1969 Die Stadthalle im Kulturpark entsteht
1970 Grundsteinlegung für die Oststadt
1970 Grundsteinlegung Datzeberg
1971 Fertigstellung der ersten Hochstraße in Mecklenburg
1975 übergabe der Marienkirche an staatliche Stellen; Grundsteinlegung Lindenberg
1976 Erstes ortsansässiges Theater eröffnet: das Puppentheater
1979 Die Stadt hat wieder eine Reuter-Gedenkstätte
1981 Südabschnitt der Neustrelitzer Straße wird bebaut
1982 10. Februar: 80.000'ste Einwohner wird geboren
1983 Die Marienkirche erhält eine neue Turmspitze; Grundsteinlegung Reitbahnviertel
1987 Baubeginn für Pädagogische Hochschule sowie der Wohngebiete Katharinen- und Rostocker Straße
1989 Mitte Oktober: Friedensgebete und Demonstrationen für demokratische Reformen
1990 5. Juli: erstes Benefizkonzert für den Wiederaufbau der Marienkirche
3. Oktober: Wiedervereinigung Deutschlands; Beginn der Privatisierung vieler Betriebe; die Stadt hat 90.953 Einwohner
1991/92 Erschließung und teilweise Bebauung von Gewerbegebieten
Gebietsreform – Neubrandenburg verliert Status der Bezirksstadt
1992 26. Juni: übergabe des restaurierten Ostgiebels der Marienkirche
1993 Erstes Adressbuch nach 50 Jahren; Beginn der archäologischen Untersuchungen in Marktnähe
1994 Landesjugendamt und Landesversicherungsanstalt haben Standort in Neubrandenburg
Wiedereröffnung des Schauspielhauses, Kammertheater hat neues Domizil
1995 Abschluss der archäologischen Untersuchungen in der Marienkirche
1996 Marienkirche ist für Besichtigungen geöffnet
Einweihung des Jahnsportforums
1998 750-Jahr-Feier der Stadt
2001 13. Juli: Eröffnungskonzert in der Konzertkirche Neubrandenburg – Deutschlands aufregendste Konzerthalle


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