Gossenjournalismus
Das am Samstag bei der Loveparade 19 Menschen auf tragische Weise ihr Leben verloren, macht betroffen und die Geschehnisse für jeden unbegreifbar.
Was mich allerdings so richtig zur Weißglut brachte, war die Tatsache, wie die Bild mit diesen Ereignissen umging. Das sie ein niveauloses Schmierenblatt par excellence ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Das sie mit der Fotoveröffentlichung der abgedeckten Leiche eines jungen Ravers derart in die Geschmacklosigkeit abgleitet, ist selbst für ein Blatt wie diesem, ein Höhepunkt journalistischer Dilettanz.
So konnte ich gestern aus vielen Tweets zur herausgebrachten Fotostrecke Unverständnis herauslesen, aber auch bei Kollegen, die heute morgen diese Zeitung aufschlugen. Die Zurschaustellung dieses leblosen, auf dem Boden liegenden Körpers lässt jegliches Feingefühl der verantwortlichen Journalisten vermissen. Es offenbart die Art und Weise, wie dieses Blatt mit der Würde und Achtung des Toten umgeht und zeigt keinerlei Respekt dessen Angehörigen gegenüber, die nun mit dieser Tragödie leben müssen.
Sensationsgier und Kommerz stehen an erster Stelle, zum Teufel mit Moral und Anstand.
Journalistisch fundierte Berichterstattung sieht anders aus und deshalb sah ich mich genötigt, eine Beschwerde wegen Verstoßes gegen den Pressekodex beim Presserat einzureichen.
Es wird Zeit, diese Art von Gossenjournalismus aus unserem Tagesgeschehen zu verbannen.
Update: Hier könnt Ihr Euch die Entscheidung des Beschwerdeausschusses gegen BILD-Online durchlesen: Beschwerdesache 0527/10/1-BA
MehrLoveparade 2010
Unter dem Motto "The Art Of Love" beginnt morgen in Duisburg die Loveparade.
Eigens dazu hat der Eigentümer das stillgelegte Areal des ehemaligen Güterbahnhofs von Gleisen beräumt und jede Menge Schotter platt walzen lassen. Wieviel Schotter hier tatsächlich begraben liegt, werden Duisburgs Bürger wohl nie erfahren.
Ob es für Duisburg letzten Endes wirklich ein einträgliches Geschäft wird, lässt sich erst am Ende sagen. Aufgrund der desolaten Haushaltslage durfte die Stadt keine städtischen Gelder zur Finanzierung verwenden.
Dank des Hauptsponsors McFit, der etwa drei Millionen Euro zur Verfügung stellte, dürfen nun 15 Trucks, sorry Floats zehn Stunden lang im Kreis fahren. Vielleicht hätte die Fitnesskette der Stadt das Geld besser für Arbeitsplätze, Bildung oder Kinderbetreuung spenden sollen.
MehrStill-Leben Ruhrschnellweg
Das Kunstprojekt der RUHR2010 Still-Leben Ruhrschnellweg ist vorbei.
Als ich mich heute Nachmittag auf den Weg zur A40, der am stärksten befahrenen Autobahn Nordrhein-Westfalens, machte, hatte ich noch keine Ahnung was mich dort erwartete. Das Stillleben nicht gleichbedeutend mit Stillstand ist, war mir klar.
Das sich heute auf der A40 aber fast drei Millionen Menschen aus'm Pott und wer weiß wo sonst noch her ein gemütliches Stelldichein gaben, verschlug mir die Sprache.
An der mit 60 Kilometern längsten Tafel der Welt, die von Duisburg bis Dortmund reichte, traf ich nicht nur den einheimischen Fußgänger und Radfahrer, nee der Ruhrschnellweg entwickelte sich auch zur einer kultur-, generations- und nationenübergreifenden Begegnungsstätte, die zum Gedankenaustausch, Tanzen oder Musizieren einlud.
MehrSpanien ist Weltmeister
Nach den hitzigen Fußballwochen, die voll von Überraschungen waren, ist es nun Spanien, die den Pokal mit nach Hause nehmen. Oranje hat es wieder nicht geschafft. Na so ein Pech. Danke an Paul den Kraken, ich hatte nichts anderes erwartet.
Deutschland schaffte nach einer Zangengeburt, noch gerade so den dritten Platz. Die Leistung der deutschen Mannschaft war großartig, aber irgendwie ist das auch ihr Job. Ebenso die des Trainers Joachim Löw. Ob dafür nun unbedingt das Bundesverdienstkreuz verliehen werden muss, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Wenn uns jetzt der schnöde Alltag wieder einholt, werden wir alle merken, dass 15,9% auf Dauer eine verdammt unangenehme Zahl sein kann. Dann werden wir uns nach dem 4:1 gegen Argentinien garantiert noch zurücksehnen.
MehrRamba Zamba
Es geht heiß her in Südafrika und Deutschland. Dabei habe ich nicht unmittelbar ein Fußballspiel dieser beiden Mannschaften vor Augen.
Im Unterschied zu Deutschland liegt die Hitze der Südafrikaner wohl eher in der Fußballweltmeisterschaft begründet. Das Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko (1:1) kann als überaus fair bezeichnet werden.
Im krassen Widerspruch dazu die Blutgrätsche der Bundesregierung in Form ihres Sparpakets, in dessen Spielverlauf der Schiri sicher einen Elfmeter gegeben hätte, um es mal salopp auszudrücken. Noch dazu die gescheiterten Koalitionsgespräche in NRW zwischen SPD, Grüne und FDP, die zum sofortigen Spielabbruch hätten führen müssen. Das Spiel bzw. die Wahl hätte neu angesetzt werden müssen, doch die Meinung der Wahlfans dürfte im monotonen Summen der Vuvuzela ungehört untergehen.
Es könnte durchaus sein, dass wir bei der WM 2010 ein Sommermärchen und hier bei uns eine Sommerposse erleben dürfen.
Der Vorteil eines Fußballspiels liegt deutlich auf der Hand, nach 90 Minuten wird abgepfiffen, wohingegen uns die Politik mit einem Endlosspiel beglückt.
Bei den Fans und den Wählern hat sie sich jedenfalls disqualifiziert.
MehrLenamania
Am vergangenen Samstag haben etwa 14,7 Millionen Deutsche beim Eurovision Song Contest 2010 mit Lena Meyer-Landrut mitgefiebert und sich mit ihr über den haushohen Sieg (264 246 Punkte) gefreut.
Klar das inzwischen ein regelrechtes Lena-Fieber ausgebrochen ist. Aber wie so oft bei Fieber, verfällt man bei erhöhter Temperatur schnell in einen Fieberwahn.
So zumindest die Bundesregierung, wenn sie darüber nachdenkt, Lena das Bundesverdienstkreuz zu überreichen.
MehrStraßenbahncafe
In der Nacht vom Freitag zum Samstag hat man nun die Straßenbahn vom Typ GT8 im zweiten Anlauf, Logistik kann schon seine Tücken haben, vom Dorstfelder Betriebshof zur Kampstraße transportiert.
Während dieser Zwangspause bauten die Betreiber bereits Theke, Kühlschränke und Spülmaschine sowie die LED-Beleuchtung ein. Ebenso Wasser- und Stromanschlüsse.
Während der letzten Woche wurden dann auch in der Kampstraße alle notwendigen Versorgungsanschlüsse zum Betrieb des Cafés verlegt.
Auf 40 hölzernen Sitzschalen können die Besucher ab dem 28. Mai im nostalgischen Flair der Linie 403 ihren Kaffee genießen.
MehrAngebimmelt
Seit gut einem Jahr herrscht vom gegenüberliegenden Kirchturm absolute Ruhe. Pünktlich zum Pfingstsonntag wurde heute angebimmelt.
Im Jahr der Stille wurde der Kirchturm gründlich mit dem Sandstrahler gereinigt und das Mauerwerk neu verfugt bzw. ausgebessert.
Irgendwie habe ich das Gebimmel vermisst, denn ein Kirchturm ohne Glockengeläute, ist wie ein Auto ohne Räder.
MehrSchachtZeichen
Wer momentan quer durch den Pütt fährt, dem sind sicherlich die vielen gelben Heliumballone aufgefallen.
Vom 22. bis 30. Mai 2010 schweben 311 dieser gelben SchachtZeichen in ca. 80 Meter Höhe über ehemalige Schachtstandorte. Sie sollen als riesige Flächenskulptur den Wandel der Metropole Ruhr sinnlich erfahrbar machen.
Neben Zeche Vereinigte Germania I – Schacht 1/4/7 (Foto), sind in Dortmund insgesamt 35 dieser Zeichen zu finden. Die Standorte der Dortmunder SchachtZeichen sind in diesem Flyer und die Standorte aller SchachtZeichen im Ruhrgebiet in dieser Karte aufgelistet.
Wer über Ziele und Veranstaltungen der RUHR.2010 informiert werden will, sollte sich die kostenlose App fürs iPhone runterladen.
MehrWorkflow: Bildgröße anpassen
In aller Unregelmäßigkeit mache ich Fotos vom Dortmunder Bahnhofsumbau, die dann in der Galerie landen.
Die Fotos mit ihrer Größe von 2.592 x 1.944 Pixel ins Netz zu stellen, wäre völlig unsinnig und eine unnötige Verschwendung von Speicherplatz. Daher passe ich die Bildgröße auf 512 x 384 Pixel an.
Im Laufe der Zeit sammeln sich allerdings eine Menge Bilder an. Sie alle einzeln anzupassen wäre viel zu zeitintensiv. Um diese Größenanpassung schnell und effizient zu bewerkstelligen, habe ich mir einen Arbeitsablauf (Workflow) gebastelt.
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