Atomaustieg
Macht Euch die Erde untertan.
So könnte man sinngemäß Genesis I.28 zitieren. Doch eigentlich sollte es für den Menschen heißen: Lebe im Einklang mit der Natur, denn Du bist ein Teil davon.
Das schwere Erdbeben in Japan, der verheerende Tsunami und die anschließenden Explosionen der Reaktoren 1 und 3 in Fukushima I zeigen, wie hilflos der Mensch den Naturgewalten ausgeliefert ist. Sie zeigen aber auch, dass in Bezug auf die Atompolitik ein radikales Umdenken nicht nur von Seiten der schwarz-gelben Regierung, sondern aller Regierungen weltweit erforderlich ist.
Diese Ereignisse befeuern von neuem die Diskussion vom Ausstieg aus der Kernenergie. Die Menschen sind inzwischen derart sensibilisiert, dass sich keine Regierung einer solchen Diskussion mehr verschließen kann.
Seit Tschernobyl steht fest, dass der Mensch die Natur nie beherrschen wird, schon gar nicht die Kernkraft. Wer immer noch an Atomenergie als Brückentechnologie glaubt, sollte spätestens seit den Explosionen in Fukushima I eines Besseren belehrt sein. Zu risikoreich und zu unberechenbar.
MehrKulturelles Wochenende
Je höher die Kultur, desto reicher die Sprache.
Besser als mit den Worten von Anton Tschechow kann ich mein kulturelles Wochenende nicht beschreiben. Denn so vielfältig es war, so viel Spaß hat es gemacht.
Freitag: Walk the line
Mein Wochenende begann am Freitag mit einem Musik-Text-Kabarett-Projekt zugunsten der Dortmunder Mitternachtsmission e.V. im Theater im Depot. Murat Kayi, Boris Gott und Ilhan Atasoy, auch "König vom Borsigplatz" genannt, präsentierten einen Abend mit Musik und witzigen Texten.
Schreibmaschinen sorgten dafür, dass das Publikum sich auf Murat Kayis literarischen Spielplatz ungehindert austoben konnten. Die anschließende Rezitation ließ in tiefe Abgründe des Publikums blicken. Außerdem bewies LesArt-Gewinner Rainer Holl, dass man aus Wörtern, wie Morgenröte, Reizdarm und Kassettenrekorder ein durchaus poetisches Gedicht machen kann.
MehrMit dem Internet zur Demokratie
Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Die Luft für machtbesessene Despoten und Diktatoren wird zunehmend dünner.
Das Internet und die damit einhergehende soziale Vernetzung, erlaubt es den Bürgern, einen Blick über die Grenzen des Landes zu werfen und sich der staatlichen Doktrin zu entziehen. Sie schafft die Grundlage, Massenproteste in einer atemberaubenden Geschwindigkeit zu organisieren, deren Größe von den Staatsorganen völlig unterschätzt wurde.
Diese unangenehme Erfahrung musste schon Zine el-Abidine Ben Ali machen. Ausgehend von den Ereignissen in Tunesien glaubt Muhammad Husni Mubarak, mit Abschalten des ägyptischen Internets diese Demokratiebewegung im Keim ersticken zu können. Eine völlige Fehleinschätzung.
Der Gedanke an Freiheit und Demokratie ist bereits derart in den Köpfen der Leute verankert, dass eine Rückkehr zum autokratischen System unumkehrbar ist.
Die Tunesier und Ägypter haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Sie betreten demokratisches Neuland und dabei wünsche ich ihnen viel Erfolg.
Für Diktatoren heißt es: GAME OVER!
MehrVöllig überraschend
Seit zwei Tagen fehlen die Gardinen an der Tür der Wohnung unter mir. In ihr wohnte eine freundliche ältere Dame. Ich ging davon aus, dass sie ins Altersheim gezogen wäre, da sie seit einem Schlaganfall halbseitig etwas gelähmt war. Trotz ihrer Einschränkung machte sie regelmäßig die Treppe und traf sich mit Freundinnen beim Bäcker zum Kaffee.
Gerade traf ich den Hausmeister und erkundigte mich nach der Mieterin. Er sagte mir, dass sie letzte Woche wegen starken Schmerzen zum Arzt ging, der sie dann umgehend ins Krankenhaus einliefern ließ. Zwei Tage später starb sie.
Weshalb ich das hier schreibe, wo ich sie doch eigentlich gar nicht richtig kannte?
Ganz einfach, wenn ich es eilig hatte machte sie mir stets Platz auf der Treppe, weil sie mich stets mit ein freundlichen "Guten Morgen" in den Tag schickte oder einfach nur, weil ich diese nette Dame nicht einfach so vergessen will.
MehrMassenfütterung
Mit dem Nachweis von Dioxin in Eiern sowie in Geflügel- und Schweinefleisch hat Deutschland wieder einen handfesten Lebensmittelskandal. Technische Fette gelangte in Futtermittel, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben.
Ministerin Aigner fordert Konsequenzen bei den Futtermittelherstellern, lässt aber konkrete Lösungsansätze vermissen. Sie bläst heiße Luft in die Welt und überlässt dieser Lobby in altbekannter Manier, die Ausgestaltung neuer Richtlinien. Das sich an diesen Zuständen nichts ändern wird, dürfte jedem klar sein, bei den chronisch unterbesetzten Kontrollbehörden.
MehrStammzellenspender werden
Langsam wird es zur Tradition, dass ich zum Jahresende zur Stammzellenspende aufrufe und diesbezüglich ein kleines Gewinnspiel veranstalte.
Zu gewinnen gibt es wieder zwei Registrierungssets mit Wattestäbchen der DKMS inklusive der dazugehörigen Einverständniserklärung und dem Informationsmaterial.
Da die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden bei eins zu mehreren Millionen liegt, ist es ungemein wichtig, dass sich viele Leute in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen.
MehrVorfreude auf Neuseeland
Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Aus diesem Grund freue ich mich schon seit einem halben Jahr auf meinen Neuseelandurlaub. Nicht zuletzt deshalb, weil ich nach über sechs Jahren endlich meine Schwester wiedersehe.
Langsam steigt in mir die Aufregung, auch wenn ich versuche, nach außen hin die Ruhe selbst zu sein.
In vier Tagen beginnt das Abenteuer und wie gewohnt, schreibe ich dann wieder einen Reisebericht.
MehrPhönixsee
Am Freitag gegen 16 Uhr fand die offizielle Flutung des neu angelegten Phönixsees in Dortmund-Hörde statt.
Zum Festakt war der Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger, der Schauspieler Larry Hagman sowie der Geschäftsführer der Phoenixsee Entwicklungsgesellschaft Heinz Hueppe anwesend.
Kultureller Höhepunkt des Seefestes war neben Power Percussion und Atze Schröder, der Auftritt der schottischen Sängerin Amy MacDonald.
MehrStraßenbahnhaltestelle
Seit gut zwei Wochen dauern die Umbauarbeiten der Straßenbahnhaltestellen Marten Süd und Walbertstraße schon an und langsam nehmen sie auch Gestalt an.
Mit der Umgestaltung der Haltestellen wird ein ebenerdiger Ein- und Ausstieg in die Straßenbahn möglich. Das wird vor allem Mütter mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer freuen.
Die Fläche vor dem Supermarkt, an dem die Einstiegs-haltestelle (Foto) liegt, wurde im Rahmen dieser Baumaßnahmen miteinbezogen und mittels Betonformsteine gestaltet. Somit besteht die Möglichkeit mitsamt dem Einkaufswagen in die Straßenbahn zu fahren.
MehrHeiße Woche
Während die Russen mit ihren Waldbränden und der langanhaltenden Trockenheit zu kämpfen haben, beschießen sich Israelis und Palästinenser in einem hitzigen Feuergefecht. Wenn sich beide Parteien weiter so richtig einheizen, könnte bald der Dornbusch brennen.
Von dieser Hitze können die Pakistanis nur träumen, denn denen steht das Wasser momentan bis zum Hals.
Apropos Hitze. Wenn die groß genug ist, könnte man damit auch noch Öl abfackeln, was insbesondere BP und vor allem die Chinesen freuen würde. Die schöpfen nämlich die stinkende schwarze Brühe von Hand ab, was den armen Seelen zukünftig so einiges an Krankheiten bescheren dürfte.
Auch wenn es jetzt ein wenig makaber klingt, Feuer eignet sich auch zur Bestattung, womit wir dann wieder bei den toten Israelis und Palästinensern wären.
Deshalb sei gesagt, immer schön auf kleiner Flamme kochen.
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